Umwelt Score - Lernen mit Umweltdaten. Verstehen mit Wirkung.
Der Umwelt Score macht Schweizer Umweltdaten für den Unterricht nutzbar. Lehrpersonen und Lernende können Gemeinden vergleichen, reale Daten analysieren und Umweltfragen mit lokalem Bezug untersuchen. So wird datenbasiertes Lernen einfach, verständlich und praxisnah.
Kontext
Die Schweiz hat kein Datenproblem. Sie hat ein Nutzbarkeitsproblem. Luftqualität, Lärmbelastung, Energiemix, Grünflächen, Boden, Klima: all das ist als öffentliche Behördendaten frei verfügbar. Aber wer wissen will, wie gut oder schlecht seine Gemeinde wirklich dasteht, muss sich durch ein Dutzend verschiedene Portale klicken, Dateiformate umrechnen und Zahlen manuell zusammenführen. Für eine Lehrperson, die morgen eine Unterrichtsstunde vorbereitet, ist das schlicht zu viel. Genau das ist das Problem, das wir gelöst haben.
Ziel
Wir wollten aus verstreuten, schwer lesbaren Umweltdaten etwas machen, das jeder versteht. Die Idee: Ein einziger Score von 0 bis 100, der die Umweltqualität einer Gemeinde auf einen Blick zeigt. Vergleichbar. Interaktiv. Ohne Vorkenntnisse.
Unser Fokus lag auf dem Bildungsbereich. Zwei Interviews mit Geografielehrpersonen haben uns bestätigt, was wir vermutet hatten: Reale, lokale Daten sind im Unterricht Gold wert, aber nur, wenn sie nicht zuerst stundenlang aufbereitet werden müssen. Der Umwelt Score übernimmt genau diese Arbeit.
Methodik
Wir haben von Anfang an nutzerzentriert gearbeitet, also nicht erst gebaut und dann gefragt, ob es jemand braucht, sondern umgekehrt.
Wir haben Lehrpersonen interviewt, Personas und Customer Journeys entwickelt, ein Low-Fidelity-Mockup gebaut und direkt Feedback eingeholt. Was daraus entstanden ist, hat unser Produkt konkret verändert: Die Karte wurde zum Herzstück, die Vergleichsfunktion von einer Nice-to-have zur Kernfunktion, und der Login-Zwang wurde auf ein Minimum reduziert.
Technisch setzt der Umwelt Score auf eine Python-Datenpipeline, die sieben öffentliche Datenquellen bündelt, bereinigt und auf eine einheitliche 0-100-Skala normiert. Das Ergebnis landet in einem Nuxt.js-Dashboard, das produktiv unter umwelt-score.com erreichbar ist.
Das Geschäftsmodell folgt einem B2B2E-Ansatz: Schulen bezahlen, Lehrpersonen und Lernende profitieren.
Ergebnis
Der Umwelt Score ist live. Für alle 160 Gemeinden des Kantons Zürich berechnet die Plattform einen Gesamtscore aus fünf gleichgewichteten Kategorien: Luftqualität, Lärmbelastung, Energiemix, Grünflächen & Natur sowie Boden & Klima.
Was man damit machen kann:
Zwei Gemeinden vergleichen und sehen, warum Aeugst am Albis besser abschneidet als Dietikon. Herauszoomen und erkennen, wie sich Stadt und Land im Kanton unterscheiden. Auf eine Kategorie klicken und die Rohdaten dahinter sehen, inklusive Quelle und Methodik. Die eigene Adresse eingeben und einen persönlichen Umwelt-Check erhalten. Als Lehrperson die Gewichtung der Kategorien anpassen und so eine ganze Unterrichtsdiskussion darüber führen, wie solche Scores überhaupt entstehen.
Das Produkt enthält bereits Nutzerkonten, Pro- und School-Funktionen, PDF- und CSV-Export, eine Admin-Ansicht und Stripe-Integration. Es ist kein Konzept, es läuft.
Kleines Demo-Video:
Video: Hier sieht man, wie sich zwei Gemeinden ganz einfach miteinander vergleichen lassen.
Fazit
Wir haben gelernt, dass die grösste Herausforderung bei Datenprodukten selten die Daten selbst sind. Es ist die Frage, wie man Komplexität so reduziert, dass echte Menschen echten Nutzen daraus ziehen.
Der nächste Schritt: Die erste Pilotlektion an einer Schule. Wir wollen sehen, was passiert, wenn Jugendliche zum ersten Mal ihre eigene Gemeinde mit der Nachbarsgemeinde vergleichen und anfangen, Fragen zu stellen.
Gruppe 08 – Bhowal Gourab, Bustillos Brad, Nellen Maik, Pejcic Kristian, Schütz Joao, Wiedenmayer Dominic