HeatSafeBern - Train smart. Stay safe. Even in the heat.

HeatSafeBern unterstützt Jogger:innen in Bern dabei, ihr Training auch bei Hitze sicher und datenbasiert zu planen. Die App übersetzt Umweltdaten aus dem städtischen Sensornetz in konkrete Routenempfehlungen – mit Humidex, Comfort Score und Ampellogik. Train smart. Stay safe. Even in the heat.

HeatSafeBern - Train smart. Stay safe. Even in the heat.

Kontext

Klimaveränderung betrifft auch die Schweiz. Besonders in urbanen Räumen wie Bern entstehen durch dichte Bebauung und eingeschränkter Luftzirkulation sogenannte städtische Wärmeinseln. Innerhalb des Stadtgebiets führt das zu messbaren Mikroklimaunterschieden von 2 bis 5 °C zwischen verschiedenen Quartieren.

Gleichzeitig gehört Jogging zu den am häufigsten ausgeübten Sportarten im Freien. Genau dort entsteht ein Spannungsfeld: Bewegung ist gesundheitsfördernd, unter hoher Hitzebelastung kann sie aber zu Dehydrierung, Überhitzung oder Kreislaufproblemen führen.

Herkömmliche Wetter-Apps liefern nur aggregierte Werte für die ganze Stadt. Fitness- und Navigations-Apps wiederum kennen zwar Strecken, aber keine Hitze. Es fehlt eine Lösung, die beides verbindet und genau hier setzt HeatSafeBern an.

Ziel

Ziel des Projekts war die Entwicklung eines MVP-Konzepts, das Jogger:innen in Bern eine datenbasierte Grundlage für ihre Routenwahl bei Hitze bietet.

Im Zentrum standen drei Kernideen:

Mikroklima sichtbar machen
Nutzer:innen erkennen auf einen Blick, welche Laufrouten in Bern aktuell klimatisch günstig, moderat belastet oder nicht empfehlenswert sind.

Komplexe Daten einfach übersetzen
Über die Berechnung des Humidex als Mass für die wahrgenommene Hitzebelastung, einen relativen Comfort Score (0–100) und eine intuitive Ampellogik (grün/orange/rot) wird komplexe Information in Sekunden verständlich.

Entscheidung in unter 30 Sekunden
Die App liefert direkt vor dem Training eine klare Empfehlung – ohne langes Vergleichen, ohne Erklärungsbedarf.

Die App richtet sich primär an leistungsorientierte Jogger:innen, gesundheitsorientierte Freizeitsportler:innen sowie Laufgruppenleiter:innen in der Stadt Bern, kann aber allgemein von Outdoor-Sportler:innen benutzt werden.

Methodik

Die Entwicklung von HeatSafeBern erfolgte iterativ in mehreren Sprints und konsequent nutzerzentriert.

Zu Beginn analysierten wir die zentralen Herausforderungen sportlich aktiver Personen in städtischen Hitzeperioden und entwickelten Personas sowie eine Customer Journey, um typische Bedürfnisse und Entscheidungssituationen besser zu verstehen.

Anschliessend wurde das App-Konzept schrittweise ausgearbeitet. Dabei kamen Methoden wie:

  • Persona- und Customer-Journey-Entwicklung
  • Stakeholder-Analyse (Einfluss-Interesse-Raster)
  • Business Model Canvas
  • Annahmenbasierte Validierung mit User Tests
  • Proof of Concept (Jupyter Notebook)

zum Einsatz. Besonders zentral war ein systematischer Validierungsprozess: Jede zentrale Annahme zu Desirability, Feasibility und Viability wurde explizit geführt, geprüft und, wo möglich, mit User Tests oder Datenauswertungen belegt.

Ergebnis

Das Ergebnis ist das App-Konzept HeatSafeBern – ein digitaler Begleiter für urbane Jogger:innen, der Umweltdaten, Gesundheitsschutz und Trainingsalltag miteinander verbindet.

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Im Mittelpunkt steht eine einfache Kartenansicht: Nach Eingabe der gewünschten Distanz lädt die App automatisch die aktuellen Messdaten aus dem Sensornetz der Smart Urban Heat Map Bern und schlägt eine geeignete Route vor. Daraus berechnet die App in Echtzeit:

  • den Humidex als Mass der wahrgenommenen Hitzebelastung
  • einen relativen Comfort Score (0–100), der auch kleine Mikroklimaunterschiede sichtbar macht
  • eine Ampelklassifikation (grün/orange/rot) zur schnellen Entscheidung
  • Distanz, geschätzte Dauer und eine passende Trainingszeit

Ein zentrales Differenzierungsmerkmal ist die Verbindung von absoluter und relativer Bewertung. Die Ampellogik liefert die schnelle Orientierung, während Nutzer:innen mit höherem Informationsbedarf durch Anwählen der Ampel die konkreten Messwerte einsehen können.

Auch konzeptionell zeigt HeatSafeBern Potenzial: Die Anwendung adressiert ein wachsendes urbanes Gesundheitsthema, nutzt eine bestehende Open-Data-Infrastruktur und ist mit gängigen Technologien umsetzbar. Die technische Machbarkeit wurde im Proof of Concept als Jupyter Notebook nachgewiesen, inklusive Humidex-Berechnung, Comfort-Score-Normalisierung und Ampelklassifikation aus realen API-Daten der Smart Urban Heat Map Bern.

Fazit

Mit HeatSafeBern entstand ein App-Konzept, das zeigt, wie offene Umweltdaten konkret für gesundheitliche Prävention im Alltag nutzbar gemacht werden können.

Die Kombination aus Mikroklima-Auswertung, intuitiver Visualisierung und schneller Entscheidungsunterstützung schafft einen alltagsnahen Ansatz, der sich bewusst von klassischen Wetter- und Fitness-Apps abhebt. Herkömmliche Wetter-Apps kennen keine Strecken, Navigations-Apps kennen keine Hitze – HeatSafeBern verbindet beides.

Das Projekt hat gezeigt, wie wichtig nutzerzentrierte Entwicklung, iterative Validierung und der konsequente Bezug auf reale Datenquellen für digitale Produkte sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass grosses Potenzial für Weiterentwicklungen besteht, beispielsweise durch echtes Strassenrouting, eine breitere saisonale Ausrichtung oder die Replikation des Modells auf weitere Städte mit vergleichbarer Dateninfrastruktur.

Gruppe 11: Iwan Ferecsko, Silvio Spahr, Shpresa Redzepi, Julian Hemund, Jennifer Lörtscher