Greenstation - Haltestelle der Zukunft


Kontext

Die Digitalisierung sorgt auch in der Welt der Mobilität für schnelle Konsumentenveränderungen und fordert die Mobilitätsunternehmen stark heraus. Wer nicht am Ball bleibt und sich nicht ständig neu ausrichtet, kann sprichwörtlich den Anschluss verlieren. Das Angebot der PostAuto AG umfasst 993 Linien. Auf diesen Linien unterhält sie 11'500 Haltestellen im öffentlichen Verkehr (Stand 2021). Das bedeutet, dass praktisch jede zweite Haltestelle in der Schweiz von der PostAuto AG bedient wird.

Die Haltestellen der PostAuto AG verfügen mehrheitlich über Papierfahrpläne, um ihre Passagiere über die nächsten Abfahrten zu informieren. Bei einem Ausfall oder möglichen Verspätungen gibt es keine Kommunikationsmöglichkeit über die aktuellen Haltestellen. Ebenfalls werden Passagiere mit einer Sehbehinderung von den bestehenden Informationen ausgeschlossen. Mit unserem Projekt möchten wir uns dieser Herausforderung stellen.

Ziel

Unser Ziel ist es, die bestehenden Haltestellen zu modernisieren und eine digitale Anzeige zu entwerfen. Konkret sollen die Kunden der PostAuto AG über folgende Daten informiert werden:
·      Haltestelle
·      Linie
·      Ziel
·      Abfahrt in
·      Hinweis
·      Nächste Abfahrten

Die Kunden müssen nicht mehr den gedruckten Fahrplan durchgehen oder via Handy den Fahrplan heraussuchen, sondern erhalten die benötigten Informationen auf einen Blick mitgeteilt. Es wird Zeit bei der Informationssuche gespart.

Damit auch der Aspekt der Nachhaltigkeit beachtet wird, soll die Haltestelle mit Solarzellen ausgestattet und so unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. So wird die Stromversorgung mit einer zukunftsfähigen Lösung gesichert. Durch eine Sprachausgabe verfügt die Haltestelle über ein zusätzliches Device, welches einer Hilfestellung für sehbehinderte Passagiere entspricht.

Die neuen Haltestellen bieten der Bevölkerung Informationen, welche durch die zunehmende Digitalisierung von der Gesellschaft erwartet werden. Die Veränderung ist eine Anpassung an die heutige Zeit.

Erster Entwurf der modernen PostAuto-Haltestelle anhand eines 3D-Modells.

Methoden

Unser Projekt haben wir mit der Soll/Ist-Analyse gestartet. Wir haben uns diverse Haltestellen der PostAuto AG angeschaut und früh bemerkt, dass diese in allen Formen daherkommen. Wir konnten so unsere Verbesserungsideen beurteilen und die Machbarkeit abschätzen.

Mit Personas haben wir versucht, verschiedenste Bevölkerungsgruppen und Lebenssituationen zu charakterisieren. Wir haben uns überlegt welchen Schwierigkeiten sie begegnen oder auch welche Verbesserungen sich diese Nutzer im Zusammenhang mit unserem Projekt wünschen. Durch die Customer Journey haben wir die alltägliche ÖV-Nutzung verschiedener Personas abgebildet und so unsere Vorstellung der Haltestellen optimiert.

Mit einer Umfrage haben wir Antworten von realen ÖV-Nutzern eingeholt und so herausgefunden, dass digitale Anzeigen durchaus gefragt sind und geschätzt werden. Der Aspekt der Nachhaltigkeit war erstaunlicherweise kein grosser Faktor. Mit dem Instrument des Risikomanagements haben wir mögliche Risiken analysiert und identifiziert. Risiken wie Lieferschwierigkeiten von Solarpanels oder eine allfällige Durchsetzung von On-Demand-Angeboten haben wir auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf unsere Problemidee bewertet.

Die Issue Analyse, Minimum Viable Product-Analyse (MVP-Analyse) und der Morphologische Kasten waren weitere Werkzeuge dieses Moduls und rundeten die Methodik unseres Projektes ab. Bei dieser Projektarbeit haben wir die vorgestellten agilen Methoden und das Trello für die Projektorganisation genutzt. Zudem haben drei Sprint-Phasen mit dazugehörigem Sprint-Review mit unserem Coach stattgefunden.

Ergebnisse

Das erarbeitete Produkt ist ein Umsetzungsvorschlag einer modernen, digitalen Haltestelle. Sie verfügt über eine digitale Anzeige, mit allen Angaben, die Fahrgäste benötigen. Die Haltestelle ist mit zwei Solarzellen ausgestattet, die die Stromzufuhr für eine digitale Anzeige und Sprachausgabe liefert. Überschüssige Energie kann über eine fest installierte Batterie gespeichert werden.

Kostenabklärungen für die Haltestelle mit ihren Komponenten (Digitale Anzeige, Solarpanels, Sprachausgabe sowie der Batterie) liegen vor.

Ein Designkonzept der Haltestelle wurde mithilfe eines 3D-Programmes erstellt. Ein Modell der Haltestelle wurde zur Veranschaulichung mit einem 3D-Drucker  angefertigt und wurde so wortwörtlich greifbar gemacht.

shapr3d.com/v/OOdJhF99T8NWvlcb-hS4D

Gruppe 19: Sofie Hachen, Yves Ramseier, Ghazal Sultan, Soumia Yogeswaran