Barrierefrei Winterthur - Ein Bewegungsassistent für die Stadt Winterthur

#smartcity #barrierefrei #winterthur #accessibility #inklusion

Kontext

Die Barrierefreiheit gehört zu den Grundfreiheiten aller Personen. Nach wie vor gibt es jedoch für Personen mit einer körperlichen Einschränkung viele Hindernisse, welche im Alltag zu bewältigen sind, zum Beispiel kleine Absätze bei Eingängen oder Treppen als einziger Zugang zu einem Gebäude. Da beispielsweise bauliche Massnahmen nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können, ist es wichtig, dass den betroffenen Personen Informationen zu der Barrierefreiheit der Orte zur Verfügung stehen. Gemäss ihrer Smart City Strategie will die Stadt Winterthur unter anderem in den Bereichen Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologie Lösungen umsetzen und so die Lebensqualität und die Gleichberechtigung aller Einwohner verbessern.

Ziel und Aufgaben

Wir haben dieses Projekt im Rahmen des Moduls Business Case Study an der Berner Fachhochschule durchgeführt. Unsere Aufgabe war, ein Smart City Projekt für die Stadt Winterthur zu planen.

Unser Ziel ist es, eine interaktive App zu entwickeln, welche die Ansprüche von unterschiedlichen Nutzergruppen abdeckt und so deren Barrierefreiheit innerhalb der Stadt Winterthur gewährleistet und den Alltag der Nutzerinnen und Nutzer erleichtert. Unsere drei Nutzergruppen sind Personen mit einer Sehbehinderung, Hörbehinderung, sowie Personen, welche mit Kindern unterwegs sind. Weitere Gruppen können zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden. Mithilfe unserer App können einerseits Freizeitaktivitäten aber auch alltägliche Situationen besser geplant werden. Unsere App fördert die Inklusion dieser Nutzergruppen und steigert somit die Lebensqualität der Stadtbewohnerinnen und -Bewohner.

Methoden

Zu Beginn des ersten Sprints haben wir mögliche Nutzergruppen unserer App mithilfe einer Stakeholder Analyse und einer Macht-Aufmerksamkeits-Matrix analysiert. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Anspruchsgruppen Sehbehinderte, Gehbehinderte, Hörbehinderte, Senioren und Personen mit Kindern. Um mehr über die einzelnen Nutzergruppen herauszufinden haben wir Interviews mit Institutionen und Privatpersonen geplant.

Im zweiten Sprint haben wir Strasseninterviews mit den Anspruchsgruppen Senioren und Personen mit Kindern durchgeführt. Dabei haben wir festgestellt, dass die Senioren noch nicht genug digital versiert sind und die App zu wenig nutzen würden. Aufgrund dessen haben wir uns entschieden, diese Nutzergruppe im Moment noch nicht in unserer App zu berücksichtigen. In einigen Jahren, wenn vermehrt auch ältere Personen Smartphones und Apps verwenden, könnte diese Nutzergruppe jedoch noch ergänzt werden.

Ausserdem haben wir durch die Interviews festgestellt, dass Personen mit einer Gehbehinderung häufig die Wheelmap verwenden und gut damit zurechtkommen. Deshalb haben wir uns, auch in Absprache mit der Stadt Winterthur, dazu entschieden, uns nicht auf diese Nutzergruppe zu fokussieren.

Basierend auf den Antworten der Interviews mit Seh- und Hörbehinderten haben wir ein erstes Mockup entwickelt und einen ersten Entwurf der Personas erstellt. Die dabei berücksichtigten Anspruchsgruppen sind Sehbehinderte, Hörbehinderte sowie Personen mit Kindern.

Im dritten und letzten Sprint haben wir sehbehinderten Fachpersonen des Vereins Apfelschule, welche auf unser Projekt aufmerksam wurden, die erste Version des Mockups vorgestellt und gemeinsam mit ihnen validiert. Durch dieses Gespräch haben wir viele hilfreiche Inputs erhalten, welche in die weitere Gestaltung des Mockups eingeflossen sind. Was uns dabei besonders gefreut hat ist, dass die Apfelschule grosses Interesse an unserem Projekt hat und dieses gerne auch weiter mit der Stadt Winterthur vorantreiben möchte. Neben dem Mockup haben wir auch die Personas und Customer Journey überarbeitet und fertiggestellt. Ausserdem haben wir einen Dienstleitungskatalog erstellt, wo die App und die Dienstleistungen für die drei Nutzergruppen noch genauer vorgestellt werden.

Persona: Sehbehinderte Person

Ergebnisse

Das Ergebnis der zuvor beschriebenen Arbeiten ist das Mockup zur App «Barrierefrei Winterthur».

Barrierefrei Winterthur ist in einem ersten Schritt auf Sehbehinderte, Hörbehinderte und Personen, welche mit Kindern unterwegs sind, ausgerichtet.‌‌ Eine detaillierte Beschreibung der App sowie einen Dienstleistungskatalog findest du hier. Ausserdem werden im nachfolgenden Video die Funktionen der App für die einzelnen Nutzergruppen erklärt. Wenn du das Mockup selbst testen willst, klicke hier.

Erläuterung der Funktionen des Apps

Erarbeitet durch die Studierenden der Berner Fachhochschule Departement Wirtschaft -

Alina Lätt                  alina.laett@students.bfh.ch

Roman Roth             roman.roth@students.bfh.ch

Bettina Späti             bettina.spaeti@students.bfh.ch

Annina Widmer       anninabarbara.widmer@students.bfh.ch